Die vierte Auflage von PANAKUSTIKA huldigt dem Zeitalter der analogen „rollenden“ Medien. Der Kassettenrecorder, die Schallplatte, die Bandmaschine und das Kurzwellenradio verkörpern Lebensgefühle von Generationen. Die Maschinen und ihr Sound sind Träger von Träumen und Sehnsüchten. Kritisch, doch auch voller Sehnsucht werden sie von der heutigen komponierenden und improvisierenden Avantgarde betrachtet und benutzt. Auf ihren Spuren begibt sich PANAKUSTIKA an die Grenzen zwischen Neuer Musik, Improvisation und Popularmusik.
Eröffnet wird PANAKUSTIKA mit einer Video-/Lectureperformance des Berliner Künstlers und Komponisten Erik Bünger: His master’s voice entführt die Zuhörer in einer phantastischen Gedanken- und Zeitspirale zu den Anfängen der Stimmaufzeichnung im 19. Jahrhundert, als der Phonograph die Stimmen der Verstorbenen ins Reich der Untoten hinüber retten sollte.
Von den Toten auferstehen lässt der Freiburger Thomas Wenk diverse high-end Modelle von portablen Kassettenrecordern der 80er Jahre. Analoge Zombies tauft er seine liebevoll umsorgten Gerätschaften, deren jeweilige Eigenheiten er intelligent und gewitzt in Kompositionen und virtuosen Improvisationen verarbeitet.
Das Motiv der Schallplatte als Heimat der Untoten zitiert der Wiener Turntablist und Komponist Jorge Sachez-Chiong in seiner einer (Horrorfilm)-Sequel nachempfundenen Werkreihe final girl. RAVE thematisiert Partyhedonismus und Tanzrausch als Massenphänomene einer im Technoevent verwurzelten Jugend- und Popkultur, beleuchtet die sinnliche und ekstatische Dimension des Tanzes und überträgt Sampling, als eine Grundmethode des Technos, in Bewegung und Video.
Les Abîmes hallucinés, die Abgründe des Wahnsinns öffnet der in der noise Musik sozialisierte Saxophonist und Soundkünstler Antoine Chessex in seinem jüngsten Werk für neunköpfiges Ensemble und zwei Revox B77 Bandmaschinen. Gespielt werden diese von keinem Geringeren als Jérôme Noetinger. Der Meister der Revoxmaschinen, berühmt für sein hochsensibles Ohr, verwandelt die orchestralen Klangmassen des Tiefbass-lastigen Ensembles in einen halluzinogenen Trip.
Der letzte Abend von PANAKUSTIKA 2017/18 startet im Zeitalter der Jukebox und des Autoradios. Robin Hoffmann erbietet in seinem Klaviertrio 2EE dem Rock’n’Roll der 50er Jahre die Ehre. Eine Generation später setzt Steffen Krebber an: mit der neuen Komposition für mikrofoniertes Drumset und Cello Are you prepared experienced errichtet er Mitch Mitchell, dem brillanten Schlagzeuger der Jimi Hendrix Experience, ein Denkmal.

P A N A K U S T I K A   2 0 1 7 / 1 8    –     l e t   t h e   g o o d   t i m e s   r o l l
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