Als Internationales Festival für Improvisierte Musik ist der Humanoise eine besondere Gelegenheit, herausragende MusikerInnen aus der europäischen Szene intensiv zu erleben.

An drei aufeinander folgenden Tagen treffen sich die MusikerInnen zum Spielen in wechselnden Besetzungen - nachmittags zu öffentlichen Proben, abends zu Konzerten. Innerhalb dieses bewährten Rahmens entsteht die Musik ganz aus dem Moment. Genauer: aus der momentanen Sensibilität und Spielfreude der MusikerInnen.

Ulrich Böttcher – Wiesbaden – Elektronik
geb.1955. Studium der bildenden Kunst. Begann seine musikalische Laufbahn als Perkussionist in verschiedenen Salsabands. Seit Mitte der 90er Jahre Beschäftigung mit elektroakustischer und elektronischer Klangerzeugung und –bearbeitung. Als vielgefragter Livesamplingspezialist europaweite Konzerttätigkeit, vor allem im Duo „Schnack“ mit dem Posaunisten Paul Hubweber.

Marc Charig – Euskirchen – Kornett / Althorn
geb. in London. Spielte zu Beginn in Blues und Soul Bands. Ab 1969 war er neben Elton Dean und Nick Evans Mitglied im Keith Tippet Quintett. Während dieser Zeit auch Tonträgeraufnahmen mit Soft Machine und King Crimson. Er spielte in Chris McGregor´s Brotherhood of Breath und war 25 Jahre Mitglied von Barry Guy´s London Jazz Composers´Orchestra.1980 zog er nach Amsterdam, wo er Mitglied in Maarten Altena´s Septett war. Außerdem spielte er mit Peter Kowald Wuppertal Workshop, Fred van Hove Quartett und Nonett und dem Globe Unity Orchester. Zur Zeit spielt Mark Charig mit Quatuohr und dem Dedication Orchestra.

Nicolas Desmarchelier – Arthurieux – Gitarre
geb. 1972 in Oyonnax. Zeichner, Maler und Musiker. Spielte zuerst in Punk und Jazzgruppen. Seit 1994 als improvisierender Musiker Mitglied des „Collectif Ishtar“, einer Gruppierung von MusikerInnen und TänzerInnen. Zahlreiche Projekte, die verschiedene Genres und Disziplinen wie Musik, Tanz, Video und Poesie kombinieren. Mitorganisator des Festivals „courant d´art“.

Carl Ludwig Huebsch – Köln – Tuba
geb. 1966 in Freiburg. Erfahrungen mit fast allen gängigen musikalischen Stilen zwischen gemeiner Tanzmusik und New Orleans, Punk, Jazz und freier Improvisation. Neben seiner internationalen Konzerttätigkeit arbeitet Carl Ludwig Huebsch auch als Komponist für konzertante und Theatermusik. Diverse Stipendien und Preise.

Martin Klapper – Kopenhagen – Spielzeug, Alltagselektronik
geb 1963 in Prag. Musiker, bildender Künstler und Experimentalfilmer. Nutzt zur musikalischen Improvisation weitgehend unkonventionelle Klangerzeuger wie mechanisches Spielzeug, modifizierte Alltagselektronik oder selbstgebaute Instrumente. Internationale Konzerttätigkeit und zahlreiche Veröffentlichungen. Seit 1992 Mitglied der dänischen Experimentalmusikervereinigung SKRAEP.

Maggie Nicols – London – Stimme
geb. 1948 in Edinburgh. Begann ihre künstlerische Laufbahn als Tänzerin. Seit den späten 60er Jahren als Vokalistin in der internationalen Improvisationsszene tätig. Ende der 70er Jahre war die aktive Feministin Mitbegründerin von Gruppen wie OVA oder der Feminist Improvising Group. Sie verbindet experimentelle Vokaltechniken mit traditionellen Gesangsformen und bezieht oft auch performative, theatrale und tänzerische Elemente in ihre Arbeit ein.

Ulrich Phillipp – Wiesbaden – Kontrabass, Elektronik
geb. 1956. Arbeitet seit den späten 70er Jahren in den Bereichen Improvisierte / experimentelle Musik, Klanginstallation / Audio-Kunst und Performance. Projekte rein akustischer sowie elektroakustischer und elektronischer Natur und Mischformen. Zusammenarbeit mit Bildenden KünstlerInnen, TänzerInnen, SchauspielerInnen, sowohl in lange arbeitenden Gruppen wie auch in ad hoc Zusammenhängen. Europaweite Aufführungen und Ausstellungen.

Wolfgang Schliemann – Wiesbaden – Perkussion
geb. 1956. Seit 1978 freischaffender Perkussionist in den Bereichen Improvisierte Musik, Neue Musik, Klangkunst und Performance, dabei häufig in Zusammenarbeit mit zeitgenössischem Tanz. Ständige Weiterentwicklung einer individuellen klangorientierten musikalischen Sprache und eines beständig sich wandelnden Instrumentariums. Initiator mehrerer Foren für Improvisierte Musik. Zahlreiche Tonträgerveröffentlichungen.

Christina Troeger – Darmstadt – Violine
Studierte Schulmusik mit Schwerpunkt Neuer Musik, entdeckte durch die Beschäftigung mit Cage, Webern, Feldman und Ligeti die Faszination von Klangfarbe. Freie Improvisation seit 1995 in wechselnden Besetzungen. Erweiterte ihr gestalterisches Spektrum durch Performanceauftritte und Begegnungen mit Tänzern. Improvisatorische und kompositorische Arbeit mit Jugendlichen. Mitorganisatorin einer Konzertreihe der DIM in Darmstadt.

Philip Zoubek – Köln – Piano
geb. 1978 in Tulln, Österreich, Studium Jazzklavier am Konservatorium Wien, seit 2002 an der Musikhochschule Köln. Sein breites Repertoire an Präparationstechniken reicht klanglich vom Perkussiven, Geräuschhaften bis hin zu elektronisch anmutenden Sounds. Philip Zoubeks Arbeit im Bereich zwischen Jazz, Improvisierter Musik und intermedialer Komposition wurde mehrfach ausgezeichnet.

Dirk Marwedel, Vierter im Bunde der einladenden Wiesbadener, ist heuer für die Organisation zuständig.

Das bedeutet die Möglichkeit, Musik im Prozess ihres Entstehens zu erleben. Die intensive Begegnung der eingeladenen MusikerInnen unter den besonderen Congress-Bedingungen verspricht nahrhafte musikalische Leckerbissen und kostbare Preziosen: lustvolles Spielen und Hören, ein vielfältiges Kaleidoskop von Klangfarben und Spielhaltungen, Kontemplatives und Eruptives in großen und kleinen Besetzungen.

Die 10 beteiligten MusikerInnen kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen und Generationen. Die musik-biographischen Hintergründe reichen von der frühen britischen Avantgarde (King Crimson, Soft Machine) bis zur Neuen Musik um Cage und Feldman, von ungewöhnlichen Klangobjekten bis zur Multimedia-Performance, vom Free Punk bis zur theatralen Improvisation.

Das weite Spektrum der TeilnehmerInnen zeigt, wie lebendig die Szene der Improvisierten Musik ist. Umso spannender wird es sein, den Austausch zwischen gereifter Erfahrung und jungen Spielhaltungen unmittelbar mitzuerleben.

So setzt der 17. Humanoise Congress 2005 die langjährige Tradition dieser in Deutschland einzigartigen Veranstaltung fort mit ansteckender Spielfreude, frischer Energie und ungebrochener Lebendigkeit.


Eine Veranstaltung der KOOPERATIVE new jazz e.V. Wiesbaden / ARTist im Exil mit Unterstützung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden und des hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst

Ulrich Böttcher Wiesbaden Elektronik

Marc Charig Euskirchen Kornett / Althorn

Nicolas Desmarchelier Arthurieux Gitarre

Maggie Nicols London Stimme

Carl Ludwig Huebsch Köln Tuba

Martin Klapper Kopenhagen Spielzeug, Alltagselektronik

Ulrich Phillipp Wiesbaden Kontrabass, Elektronik

Wolfgang Schliemann Wiesbaden Perkussion

Christina Troeger Darmstadt Violine

Philip Zoubek Köln Piano